Neuronale Grundlagen der Entscheidungsfindung in ambivalenten oder unsicheren Situationen

Prof. Dr. Dr. Manfred Herrmann

Neuropsychologie, Universität Bremen

 

Aus neuro- und kognitionswissenschaftlicher Sicht ist die Entscheidungsfindung in ambivalenten oder konfliktbehafteten Situationen eine der anspruchsvollsten (exekutiven) Kontrollfunktionen des menschlichen Verhaltens, dessen zugrundeliegende neuronalen Strukturen sich aus evolutionsbiologischer Perspektive onto- und phylogenetisch erst sehr spät entwickeln bzw. entwickelt haben. Ziel der neurokognitionswissenschaftlichen Forschung ist es, aus der räumlichen und zeitlichen Analyse von Aktivitätsmustern neuronaler Strukturen Hinweise für Handlungsalgorithmen menschlicher Entscheidungsfindung zu gewinnen. Dazu werden Probanden in experimentellen Untersuchungen mit Situationen konfrontiert, die entweder nicht eindeutig sind bzw. zu wenige Informationen für eine sichere Entscheidung bieten, oder mit Situationen bzw. Stimuli, in welchen der Impuls zu falschen Entscheidungen aktiv inhibiert oder gehemmt werden muss. Während dieser Entscheidungssituationen wird die Aktivität des menschlichen Gehirns entweder räumlich (funktionelle Magnetresonanztomografie; fMRT) oder zeitlich (Elektroenzephalografie; EEG) hochaufgelöst gemessen.

 

Ziel des Vortrags soll es sein, in das fachspezifische Erkenntnisinteresse und die zugrundeliegende experimentelle Methodik einzuführen.