Entscheidungsfindung im Cockpit

Dipl. Päd. Saskia Vellguth

 

Wenn Sie von Bremen nach Frankfurt fliegen wollen oder von Berlin nach New York, dann erwarten Sie, dass Sie sicher und gesund an Ihrem Zielort ankommen.

 

Dabei ist der Prozess der Entscheidungsfindung im Cockpit von hoher Relevanz für eine sichere Flugdurchführung, insbesondere, wenn es zu Störungen während des Flugverlaufs kommt, wie z.B. technische Probleme (Ausfall eines Triebwerks), veränderte Wetterbedingungen oder Vorfälle in der Passagierkabine. Damit sich Piloten in solchen Situationen nicht von vorschnellen Impulsen, Gefühlseinflüssen und Heuristiken leiten lassen, sind für die meisten fliegerischen Situationen sog. Procedures/Verfahren entwickelt worden. Sie dienen als Handlungsanweisung, um fehlerhafte Entscheidungsprozesse zu reduzieren und sind zu befolgen. Die Anwendung der Verfahren wird im Simulator mehrmals im Jahr trainiert und überprüft.

 

Es gibt neben den vorausgeplanten Situationen auch immer wieder Ereignisse für die kein Verfahren passt. Hierfür wurde von einer Arbeitsgruppe des DLR und der Deutschen Lufthansa ein Leitfaden entwickelt, der ein strukturiertes Vorgehen bei der Entscheidungsfindung ermöglicht. Berücksichtigt wurde dabei, dass die folgenden Aspekte als Grundlage für das Vorgehen dienen:

 

1. Situationsanalyse

2. Handlungsalternativen sammeln

3. Handlungsalternativen bewerten

4. Entscheidung treffen

5. Ausführung

6. Überprüfung

 

Um dieses Vorgehen im Cockpit implementierbar zu machen wurde ein Akronym entwickelt, das leicht merkbar ist FOR-DEC: Facts, Options, Risks & Benefits, Decision, Execution, Check.

 

Anhand eines Fallbeispiels werde ich die Anwendung dieses Entscheidungsmodells vorstellen, den Nutzen und die Grenzen aufzeigen und einen Überblick über weitere Modelle in der internationalen Luftfahrt geben.

 

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Saskia Vellguth